Müllgeschichten

von Christoph

Klar, Worte wie Produktkreislauf und Nachhaltigkeit schrecken viele erstmal ab. Wenn das ökologische Gewissen schon so komplizierte Wörter verwenden muss, dann ist es einfacher, sich damit schon mal gar nicht zu beschäftigen. Und wirklich gute Erklärungen zum Thema sind selten.

Die „Story of Stuff“ dagegen schafft in einem beeindruckenden Balanceakt die ausgewogenen Mischung aus Fakteninformation, Gewissensappell und Unterhaltung – und das alles ohne auch nur im Geringsten mit dem moralischen Zeigefinger zu zucken. Es stellt sich kein schlechtes Gewissen ein, sondern durch die einfachen, klaren und nachvollziehbaren Gedanken eher die Begeisterung, wie klein man doch schon anfangen kann, diese Einbahnstraße aus Produktion und finalem Wegwerfen zumindest zu verlangsamen. Und das alles wird unterstützt durch sehr nett anzusehende, unterhaltsame und auf das wesentliche beschränkte Zeichnungen, die an eine sehr gelungen Vorlesung in einer hippen amerikanischen Universität erinnern.

Schon zu Beginn räumt Annie Leonhard gleich mal mit der ersten Annahme auf: Produktkreislauf als irreführendes Wort – denn wo nichts recycelt wird, da kann auch nichts im Kreis laufen. Als euphemistische Umschreibung für eine Bewegung, die fast ausschließlich konsumiert verwendet, werden der Begriff und die damit verbundenen Gewissenserleichterungen gleich mal aufgehoben.

Munter geht es weiter – die Idee des Konsums, der über das hinausgeht, was man zum Überleben braucht, eine Wirtschaft, die stärker als die vom Volk gewählte Regierung ist: Vieles ist sauber belegt, vieles sehr anschaulich dargestellt. Und die Heranführung, sich mit eigentlich nicht hinterfragten Basisbegriffen auseinanderzusetzen, macht einfach Spaß.

Annie Leonhard presents: The Story of Stuff. 20 Minuten. http://www.storyofstuff.com/.

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