Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra

von Mario

Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band – Stumble then rise on some akward morning” habe ich durch einen Link während meines täglichen Forenkonsums auf youtube gefunden. Es war glaube ich, Geigentag. Am gleichen Tag auch noch Final Fantasy gezeigt bekommen. “Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band” machen Postrock, hassen aber von Kritikhippstern erfundene Kategorisierungen und möchten lieber mit Punk und Montreal in Verbindung gebracht werden. Anscheinend warf und wirft die legendäre Vorgängerband der Godspeed You! Black Emperor einen großen Schatten über das Schaffen Silver Mt Zions. Ihr Label Constellation Records ist kapitalismus-, unternehmens- und globalisierungskritisch und verfolgt eine stark regionalisierte Produktions- und Vertriebsstrategie.

Lese ich. Wie zu jedem Thema gibt es noch unendlich viel mehr über Silver Mt Zion im Internet zu finden. Füllmaterial, für Rezensionen, Kritiken und Interpretationen. Fachwissen über Punk und Post und Pop, das angesichts einer sich immer weiter indiefizierenden Szene eh kaum einer mehr haben kann. Durch Zufall und manchmal vielleicht, wenn es gerade die Band von nebenan ist. Aber nicht wenn die Myspace und Youtube Links durch diverse Blogs und Foren wandern. Ich habe Kassetten und ihr Überspielen nicht mehr miterlebt, aber ob sich damals die Menschen Geschichten erzählt haben während zwei Kassettendecks leierten? Es wird nicht (mehr) viel erzählt, ich wüsste ja auch nicht was, außer, dass man oder ich, dieses oder jenes toll fand. So subjektiv. Und wenn ihr den Link klickt findet ihr es vielleicht auch toll, subjektiv. Das ist dann alles irgendwie auch sehr post. Nach. Nach einander den Links nach gehen.

Gogol führt mich ja zwangsläufig weiter, wenn es mich erst mal gepackt hat. Dann oft Wikipedia und diverse Fanseiten, voller Fülle. Biography, Discography, Tour, Lyrics, Media, Contact, Forum, Links. Und dadaistische Kleinode. Es geht doch um die Musik, nicht um die Band. Die Botschaft steckt in den Liedern, nicht im Hintergrund der Band, oder? Ist das vielleicht prä-post und punk-rock? Spießige Attitüde die das Aufgehen in einem Lebensentwurf und dessen Ausdruck in der Musik nicht versteht? Oder ist der Rückgriff auf den Kosmos, auf das Umfeld vielleicht ein Rückgriff auf den Pop der nur Umfelder vermarktet? Oder Musik ohne Kosmos nicht denkbar und dessen sofortige Verfügbarkeit über das Internet der Sieg einer positiven Globalisierung? Der Sieg regionaler Kulturreservoirs über den dahin schmelzenden Popeinheitsbrei? Ich finde am Wochenende darf ich ruhig auch einmal Fragen stellen. Die Dinge auf- und durcheinander werfen. Ich muss ja nicht immer eine Geschichte dazu erzählen, beim Musik hören darf gerne nachgedacht werden.

Bildr: Screengrab youtube.com

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