Ein Blog ist ein Blog ist –

von Flo

unser Blog.

Vor etwas mehr als 18 Monaten traten als Beginn zwei mit einander in Dialog – die beiden kennen sich gut, und sie quatschen viel, sie haben einiges zu bereden.

Damals, vor 18 Monaten, war fallen/legen vor allem eins; eine Idee, ein offenes Konzept. Und die beiden hier, die eher beide Recht haben und nur das beste wollen, als tatsächlich plump-polare Engelchen und Teufelchen zu sein, waren mit einer Art Rechtfertigungsproblem beschäftigt, dass am Ende vor allem “gerechtfertigte” Standards setzen sollte: Kann man bloggen, oder ist das für Besserwisser? Wann darf man bloggen? Bloggt man, wenn man bloggt, Texte in einem WordPressformat ins Netz stellt?

Würde ich sie heute reden lassen – beschäftigen würde sie weniger die Rechtfertigungsnummer nach außen. Man wird eben wahrgenommen, wie man wahrgenommen wird, und so lange man es tun will, sollte man es tun. Meinet- oder ihretwegen sogar aus Selbstdarstellungsgründen. Oder aus Langeweile. Es schmerzt schließlich keinen.

Fragen gibt es 18 Monate später trotzdem ausreichend. Vor allem ein grenznihilistisches „Wofür“? – Fallen/legen ist mittlerweile etwas reales, mit, grob geschätzt, 150 verfassten Texten, mindestens vier verschiedenen, meistens wunderbaren, Layouts, und vielen vielen einzelnen Zeilen, schriftgewordenen Gedanken. Am Anfang eher persönliche Betrachtungen einzelner Zellen irgendwo in dieser Gesellschaft, nun vielleicht zunehmend abstrahierteres, allgemeineres. Wir waren nicht unterwegs, in Schweden, am Rande des Papstes und bei Home Of The Lame; wir haben in weichem und messerscharfem Licht Wodkaweißchen und Rotweinrot besucht, einmal einen Mordfall ziemlich nicht gelöst und wurden eingeschneit. In Gold nicht aufzuwiegen, dass das alles passiert ist. Und hier steht!

Kritisch-pessimistische Dialogpartner würden aber immer noch ausreichend Stoff finden. Dann, wenn mehr Pflichterfüllung als Wortfeuerwerk an der Reihe war.

ist ein harter Tiefschlag, den man nur selber angehen kann. Und ein verheerender Nachschlag…

ist auch noch im Köcher. Wir sind schon weit gegangen. Fast immer allein. Das wiederum, könnte eher Gnadenstoß denn Ausrede sein, denn der Bumerang kommt zurück…

An dieser Stelle, würde ich einen zweiten Dialog wie jenen vor 18 Monaten, zum Launch von fallen/legen, schreiben, würde ich den positiveren, wenngleich schwankenden Gesprächspart erst einmal schweigen lassen. Dann tief atmen. Und „ja“ sagen. Dann wieder schweigen. Und am Ende etwas sagen, das klingt wie ein wenig Trotz. – Etwas wie, dass auch nichts besser würde, weil man es lässt, und dass wer hier gelesen, schon einige Perlen gefunden hätte. Dass Dinge manchmal ihren eigenen Wert bedeuten. Und dass schon die Erkenntnis, dass nur der volle Einsatz, die Perlen zwischen dem Füllstoff genügt hätten um jemanden zu interessieren, Erkenntnis genug ist, um noch ein Jahr weiterzurudern. Und zu versuchen alles zu geben.

Dann würde ich jenen zweiten Dialogpartner schweigen lassen, und gerade wegen jenem letzten Satz zweifeln. Er wäre ein bisschen konsterniert, weil die Idee immer größer zu sein scheint, als die Umsetzung, und sich die Dinge wehren, neu gefasst zu werden. Und alles geben ein full-time-Job ist, vor dem einen 1.000 Gewichte bewahren wollen.

Daran, dass selbst ein gelesener Artikel, ein gelesener guter Artikel, noch kein Selbstzweck ist, daran würde ich meine Sprecher noch gar nicht einmal denken lassen wollen.

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