Gedankenkrise?

von Christoph

Irgendwie ist es schon komisch.

Einerseits hören und sehen wir, egal wohin wir unsere Wahrnehmung richten, derzeit Warnungen vor Bankenzusammenbrüchen, Kreditabflüssen und hören von Milliardenbeträgen, die scheinbar aus dem Nichts entstehen und in ein wie auch immer geartetes Bankensystem hineingepumpt werden. Auf meinem Konto zumindest ist von den Riesenbeträgen noch nichts angekommen.

Auch wenn es wahrscheinlich der großen Mehrheit der Bevölkerung ähnlich geht, ist – zumindest nach den Aussagen von Wirtschaftsweisen – die Kauflaune ungebrochen. Ist das nun eine self-fulfilling prophecy oder interessiert sich keiner für das, was da auf den Finanzmärkten passiert. Oder ist es gar nur die Ruhe vor dem Sturm und viele fürchten eine Inflation – und geben das Geld daher aus, ehe es auf der Bank wertlos wird. Vielleicht fragt sich ja der ein oder andere, woher die 300 Milliarden Dollar herkommen, die die US-Notenbank innerhalb der letzten sieben Tage neu und zusätzlich verliehen hat. Werden die einfach gedruckt?

Andererseits könnte es natürlich auch einfach so sein, dass kein deutscher Hans Mustermann oder Klara Musterfrau verstehen, was das ganze Gerede um <em>subprime loans</em>, Hauptrefinanzierungssätze und Schnelltender überhaupt noch bedeutet. Geschweige denn, was es für langfristige Folgen es haben könnte. Und noch weniger, was überhaupt der Grund für den hektischen Aktionismus der Bernankes und Trichets der Welt ist.

Früher war es einfacher: Papiergeld war durch Goldreserven der Notenausgebenden Stelle gedeckt und notfalls sogar direkt umtauschbar. Diesem Goldstandard haben die großen Nationen der Welt zuerst abgeschworen. Der Wert des Papiers mit den Zahlen darauf, wird heute durch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes gedeckt. Interessanterweise mehren sich nun die Mahner, die davor warnen, das die riesige Menge „billigen“ Geldes am Markt nun dazu führt, dass der Wirtschaftsboom gleich wieder kollabiert. Also beißt sich die Katze vielleicht in den Schwanz? Rätselhaft ist das Ganze schon, sowohl was uns von den vielen Wirtschaftsgurus erzählt wird, als auch, wie sich am normalen Leben nichts ändert.

Und währenddessen protestieren Milchbauern in München für einen Preis von 40 Cent pro Liter Milch. Verrückte Welt.

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