The show must go on.

von Christoph

Es geht um Geld. Um viel Geld.

Die olympische Fackel macht derzeit ihren Weg durch die Welt, auf dem seit der Einführung des Fackellaufes 1936 auf Anregung Goebbels längsten in der Geschichte. Das mit viel propagandistischen Aufwand durch verschiedene PR-Agenturen mühsam inszenierte Bild einer unpolitischen, friedlichen Veranstaltung nebst einer rhetorisch dahinmäandernden Haltung des Olympischen Komitees sorgt dabei vielerorts für Aufregung. Die Lage ist verfahren: Von Seiten aufgebrachter Demonstranten wird ein Athletenboykott vorgeschlagen, selbige setzen sich teilweise gegen das vom Olympischen Komitee vorgegebene Demonstrationsverbot zur Wehr, während andere sich auf die Aussage zurückziehen, sie hätten damit nichts zu tun und bei Olympia dabei zu sein, sei der der Traum eines jeden Athleten. Und über all dem thront der IOC-Präsident Jacques Rogge, der beständig die Meinung vertritt, der Sport sei unpolitisch oder allenfalls hilfreich für die Demokratisierung eines Landes.

Der Mann hat Recht. Der Sport – an und für sich – mag mit unpolitisch sein: Was hat ein 100m-Läufer mit der Unabhängigkeit Tibets zu tun? Nichts. Der von Rogge – sicherlich unter maßgeblicher Schützen- und Argumentationshilfe der PR-Agentur Hilton&Knowlton, die auch den ersten Golfkrieg der USA propagandistisch vorbereiteten, gezogene Schluss dagegen ist falsch: Olympia ist nicht unpolitisch. Das mit größte Sportereignis der Welt, das Anspruch auf den olympischen Frieden erhebt, das sich während der Ereignisse der Olympiade 1972 in München sogar mit dem Ausspruch „The games must go on“ durch den damaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage sehr deutlich politisierte – das alles macht klar, dass der wahre Grund woanders liegt. Es geht natürlich um Geld. Millionen sind noch zu wenig für den aberwitzigen Sponsorenwahn zu beschreiben – Verträge, die mit einem Male wertlos wären, würde man mit der Olympiade absagen.

Doch es gäbe noch einen weiteren Weg, das Dilemma zu beseitigen: Warum mit Olympia nicht wie mit der dopingverseuchten Tour-de-France umgehen und aus dem Fernsehprogramm verbannen? Die Werbeverträge wären wertlos, das Interesse des IOCs an einer Durchführung der Spiele auf Teufel-komm-raus dahin und die offensichtliche Scheinheiligkeit des Komitees aufgedeckt. Und den Athleten wäre die Teilnahme am Ereignis Olympia möglich. Eine einfache Zusammenfassung vor den Tagesthemen oder der Tagesschau, zehn Minuten Olympia am Tag reichen dem Zuschauer auch.

Merkwürdig, dass da keiner früher draufgekommen sein will

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