Ehrlichkeit.

von Christoph

Es ist nicht immer leicht, ehrlich zu sein. Ganz im Gegenteil. Dabei geht es gar nicht um die kleinen Lügen des Alltags, die man so von sich gibt – sondern um die, mit denen man sich selbst betrügt. Lügen gegenüber anderen ist schlecht, Lügen gegenüber sich selbst – ja, was ist das eigentlich? Ist Unehrlichkeit sich selbst gegenüber überhaupt moralisch verwerflich? Ist das bisschen Selbstbetrug nicht evidenter Bestandteil der eigenen Persönlichkeitsstruktur? Und – wo fängt die Lüge gegenüber sich selbst an?

Ist es eine Lüge gegenüber sich selbst, sich rationalen Argumenten anderer zu verschließen und dem eigenen Willen und der eigenen Willkür wider besseren Wissens die Oberhand zu lassen? Das mag hart formuliert sein und mit Sicherheit keine leichte Entscheidung sein – aber konsequent wäre sie allemal. Doch, so lässt sich weiterüberlegen – ist es nicht manchmal notwendig, sich einer Illusion hinzugeben, an die man bisweilen selbst gar nicht glaubt? Sind es nicht sogar gerade die Ideen, die einen tragen, die unrealistisch erscheinen und sind sie nicht gerade deshalb die, für die man am meisten bereit zu tun ist?

Manchmal ist es nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen, die mit Sicherheit eine Veränderung für das ganze Leben auslöst. Die im kurzfristigen Denken von einigen als falsch oder gar als großer Irrtum angesehen wird – und vielleicht, so wird man im nachhinein sagen können, war es auch eine Lüge, sich Veränderungen und Konsequenzen zu erhoffen, eine Lüge gegenüber mir selbst. Vielleicht aber auch nicht: Vielleicht wird es auch ein großer Erfolg, eine Idee, die mich weiterträgt, die unrealistisch erschien und gerade deshalb realisierbar wurde.

Für mehr Lügen an sich selbst. Für mehr Träume.

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