Kandid

von Christoph

Evolution ist spannend. Aber dauert leider bisweilen auch sehr lang. Forscher arbeiten daher mit Fruchtfliegen, um in ihrem Leben viele Generationen von Tieren zu sehen. Wer aber nun gerade keine Fruchtfliegenkolonie unter Reinraumbedingungen hat, dem sei folgendes (Achtung: Süchtigmachend!) Projekt empfohlen.

Kandid ist eine Software, die biologische Reproduktionen nachahmt: Man wählt aus einer großen Anzahl zufällig erzeugter Bilder Mutter und Vater – und lässt das Programm dann munter reproduzieren. Die Ergebnisse sind bisweilen sehr erheiternd, nichtsdestotrotz macht es viel Spaß, zuzusehen, wie sich Generation für Generation Merkmal erhalten oder auch nach und nach verschwinden. Gott spielen für Anfänger.

Der genaue Name des Programms: Kandid, a genetic art project, sagt viel aus: Es ist Kunst, digital erstellt. Der Benutzer begibt sich in die Rolle des Urteil fällenden Betrachters, der aus der Matrix zwei Exemplare herausfiltert und den Rest verwirft. Den nächsten Prozess der Kunstschöpfung überlässt er wieder der Software. Damit nicht komplett dem Zufall, aber dennoch seiner ordnenden Hand entzogen. Eine faszinierende Mischung aus Zufall und Planung. Jeder zweite Schritt menschlich gesteuert, dazwischen eine Mischung aus Zufall und kalter Berechnung. Irreversibel und doch gewissen Regeln folgend.

Kandid – a genetic art project benötigt JAVA.
Herunterzuladen hier: http://kandid.sourceforge.net/

Metadaten:

Einen Kommentar schreiben.



XHTML: Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>