Schwedische Gardinen: Älgen

von Mario

Rinnthanen blinzelt. Der Elch ebenfalls. Müde blickt Rinnthanen sich um. Nebelfeuchte Kiefern, dunkel und schwer, säumen das Nassgrau der Straße bis es am Horizont mit dem leuchtenden Gelb der Mittelstreifen verschwimmt und zu nichts wird. Widerwillig schüttelt der Elch die Nebeltropfen aus seinem Fell, hebt sein Haupt und fast wirkt es so als würde er sich umblicken. Schnaubend stößt er eine warme, weiße Atemwolke aus die sich mit den Nebelschwaden mischt und verschwindet. Er starrt Rinnthanen an. Der, blickt sich um, setzt den Blinker und fährt langsam um den Elch herum. Er muss sich nicht umblicken, er weiß, der Elch wird noch dastehen wenn er schon längst hinter dem Horizont verschwunden ist.

***

“Uuuuch…” mit einem schmerzhaften Keuchen entweicht die Luft aus Gunnars Lungen. Sein Kopf dröhnt und vibriert – die massive Tischplatte gegen die er ihn gerade gerammt hat ebenfalls. Verfluchtes Teil! Verfluchter Rinnthanen! Ver… warum hat ihn niemand geweckt? Er stopft die zwei Flaschen in den Papierkorb, die Decke? – hinterher! Warum ist Ingrid nicht da? Wo ist der Kaffee? Es ist Samstag, also auch kein Kaffee… Aber warum ist Rinnthanen dann im Büro? Und es war Rinnthanens burgois schwarzer Skoda der auf dem Parkplatz ausgerollt war und ihn geweckt hatte. Warum musste sich dieser Idiot auch unbedingt an einem Freitagnachmittag den Schädel einschlagen lassen? Wehleidig befühlte er seinen eigenen Kopf, vielleicht ein Schlückchen? Nein, Rinnthanen rumort bereits auf dem Bürogang herum. Die Haare aus dem Gesicht, dann selbiges – für eine gesunde Farbe – gut durchkneten, Luft holen und setzen. Rinnthanen tritt ein.

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