På festivalen I: PLUS

von Mario

plus festival

Bild: Mario.

Letzten Samstag trieb ein Auto bei mir vorbei. Mit Freunden drin. Also rein ins Auto und rüber nach Freising. Rauf auf den Parkplatz und runter zum Festivalgelände gelaufen. Ran an die Kasse und schon rockt uns das PLUS.

Der Herren Polaris ferne Klänge hatten uns den Fußmarsch versüßt, jetzt spielt – gerade fertig soundgecheckt – Freizeit 98. Ein wenig schade drum, wir kommen gerade erst an. Freunde treffen und begrüßen, Biergetränk kaufen und irgendwo hinsetzen. Sich erst einmal umsehen, dann wieder rumgehen. Ausbaden müssen es Freizeit 98, die wenn man mal hinhört wirklich feine Musik machen. Ein andermal – versprochen. Nach der obligatorischen Umbau- und Soundcheckpause – es gibt 50 Meter weiter an dem kleinen See, aber dazu kommen wir später, auch einen DJ der in den Pausen auflegt – dröhnen überraschend guturrale Laute durch die Bassboxen aufs Gelände. Das ist Rainer von Vielen mit Band, den Kehlkopfgesang hat er sich bei einem buddhistischen Mönch abgeschaut und damit einen Bombeneinstieg ins Programm. Einem Programm, das das mich umgebende Fachpublikum (die Kathi) auch gegen Ende der Show, zwar begeistert aber durch die geballt Stilfalt immer noch leicht desorientiert erklären lässt: „Also am ehesten noch Funk…“. Schamlos und sehr gekonnt bedient sich Rainer in sämtlichen Genres zu denen es sich hüpfen, tanzen und stampfen lässt. Meine Überraschung des Festivals, weder Namen noch Musik jemals gehört – aber geil.

Nach der Pause kommen Fotos und die, ein wenig gehyped in diesem Jahr, haben mich eher gelangweilt. Sehr professionelles Auftreten, sauberes Spiel und technisch gute Show – aber den Liedern fehlt irgendwas, die Texte rauschen vorbei wie heißer Dampf, nichts bleibt hängen, nichts bewegt sich im Kopf. Vielleicht fehlt auch der Band irgendwas, der Performance die Höhen und Tiefen, straight voran spielt man sich durch die Titel – mal schnell und mal langsam – das war’s. Na ja fast, als Zugabe gibt es noch die schlechteste Coverversion von Remmidemmi ever. Pause und dann Kante, wurden mir von ausgewiesenen Indie-, Post-, Whateverrockexperten sehr empfohlen und hatten sich mit dem Videoclip zu Die Tiere sind unruhig bei mir, zumindest via MTV, schon mal vorgestellt. Die Tiere sind unruhig ist dann auch das einzige Lied das ich klar wahrnehme, ja sie sind gut musikalisch und textlich verkannt brillant und eigentlich muss man auch einfach mal nur still zu hören können, aber nach den enttäuschenden Fotos will ich nicht mitgenommen sondern mitgerissen werden, bei den ruhigen Kante bin ich da an diesem Abend an der falschen Adresse. Also geh ich – Asche über mein Haupt aber das Mischpult auf dem See wollt ich mir sowieso noch genauer ansehen – rüber zum DJ ein wenig mitraven.

Genau die richtige Einstimmung auf die letzte Band des Abends: Console. Rechtzeitig zur Umbaupause zurück ordnet man sich erstmal eher mittig in den locker stehenden Publikumspulk ein, nur um dann elektronisch geiles Lied für geiles Lied bis vor an die Bühnenkante gezogen zu werden. Einfach elektronisches Gefrickel vom Feinsten und das Publikum geht mit. Zugabe um Zugabe trägt uns durch die Nacht und „solange uns keiner von der Bühne wirf spielen wir weiter“ – der perfekte Ausklang.

Das war mein geiler Samstag auf dem PLUS – eine ausdrückliche Empfehlung und das Versprechen nächstes Jahr beide Tage zu kommen.

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