Vor Festival? Vor Abend. Vor Freude!

von Mario

Vor morgen früh werd ich wohl keinen Finger mehr rühren. Ruhen werde ich, in meinem nach einem Tag voll körperlicher Arbeit einzigartig samtigweichen Bett. Vielleicht ein wenig zurückdenken, an die Morgensonne. Das langsame Ausrollen der Autos auf dem noch leeren Festivalgelände. Die langsam schlurfenden Helfer mit ihren Arbeitshandschuhen und müde in die Sonne blinzelnden Augen. Einen Schluck Wasser und einen kurzen Plausch.

Die Vormittagskühle in der großen Fliegerhalle. Die Rudelbildung an technischen Geräten und Teilen der Bühne. Viele Kids helfen und wer ein Kabel trägt oder ein Mischpult berührt, der ist von nun an ein Techniker. Die endlos nervigen und die endlos lustigen und die nur endlosen Diskussionen, mit diesem oder jenem Fach-, Besser- oder das Gleichewisser. Und natürlich das Gehämmere, das ohrenbetäubende um die Wette Gedresche beim Aufbau des Rigs. Die hilflosen Gesten und das, ich hab dich leider nicht verstanden. Aber oben ohne ist männlich.

Die Mittagssonne im Zenit, die Kugeln hinterm Zaun und der flirrende Parkplatz. Eine Diskussion über technische Mölichkeiten und Unmöglichkeiten: Minicitys können ohne Steuerpult wild die Farbe wechseln. Ein paar leckere vegetarische Nudeln auf Bierbänken. Ein verlegen erstauntes Lächeln, am Sitznachbarnvorbeibeugen und hallo. An einen kurzen Abstecher in die Stadt: orange Planen, silbernes Arztköfferchen und ein paar Dinge die ich gerade vergessen habe, holen. Das wiederholte schlendern über das Gelände und Gespräche.

Die Nachmittagsschwüle und einen ersten Tiefpunkt. Zu wenig Schlaf in der letzten Nacht und irgendwie war der Film auch noch scheiße. Kurze, lange Besprechung, es gibt für uns gar nicht mehr soviel zu tun. Man sucht sich seine Arbeiten. Meidet die Technik und die damit verbundene Rudelbildung. Rumliegen auf Bierbänken und Tischen. Das Rig ist fertig, das Gehämmere vorbei. In einem letzten dekorativen Aufbäumen werden noch ein paar Plakate zu sinnigen Sprüchen zerschnipselt und an die Wand gehängt. Hey ho let’s go Weltmeister Wer will nochmal, wer hat noch nicht.

Die Abendhitze und die Feststellung, zumindest für uns gibt es nun nichts mehr zu tun. Ein bisschen Aufräumen noch und dann die Entscheidung nicht mit den Technikern essen zu wollen. Die stinken, aber erstens stinkt man selbst und zweitens will man eigentlich nur für morgen ausgeschlafen sein. Vielleicht noch ein wenig schreiben und sich vorfreuen, auf das SORF. Das SORF, das einzig wahreguteschöne Rockfestival der Welt.

Und fast hätt ich ihn vergessen, den Jörg, der schon vormittags noch in wunderbarer Deutschlandspiel und damit Feststimmung war. Wunderbar.

Gute Nacht, ich freu mich und das SORF freut sich auf dich.

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