Wellen

von Matthew

Mein Wesen ist die Welle.

Oder vielleicht besser gesagt: viele Wellen, die sich unentwegt und stetig in allen Richtungen fortpflanzen. Ich weiß nicht wie weit sie kommen, ich diene ihnen nur als Zentrum, bin ihr Ursprung. Weiß nicht, wo ihre Grenzen liegen. Sie gehen von mir im ständigen Rhythmus aus, und verschwinden in den unendlichen Tiefen der Zeit. Aber jede Welle ist ein Teil von mir, wenn nicht schon mein ganzes Sein. A ripple of change in the sea of existence. Sprache ist sperrig.

Welle zu sein bedeutet das Jetzt zu wertschätzen und es fest an sich zu halten, manchmal auch sich an ihm klammern. Denn mit jedem vorbeiziehenden Augenblick, mit jeder Welle sterbe ich, und werde wieder von neuem geboren. War ich gestern schon Welle? Werde ich es morgen noch sein? Die Bewegungen, das Schema bleibt so gleich, dass man sich kaum drüber Gedanken machen müsste – wenn man es nicht wollte.

Alles was wir tun und nicht tun verändert die Wellen die von uns ausgehen. Wir oszillieren und schimmern und strahlen vor uns so hin… aber das besondere ist: unsere Wellen treffen aufeinander. Bilden die kompliziertesten Interferenzmuster, stehende Wellen, die dem Auge stetig erscheinen, aber nur durch die konstante Dynamik der Wellen existieren können. So kann auch aus flüchtigen Bewegungen etwas festes, beinahe greifbares entstehen – diese fragile Geschöpf ist unsere Welt wie wir sie kennen.

Ich selbst kann wenig darüber sagen: auch wenn ich wie jedes Element ein wichtiger Teil des Ganzen bin, bin ich doch ein sehr kleiner Teil. Tagtäglich gleiten dennoch hunderttausende dieser Impulse über mich hinweg, und nur so kann ich die leiseste Ahnung haben, wie ausserordentlich wundervoll und vielseitig unser Universum ist. Jenseits aller Wertung, wo sogar Freude und Trauer nicht mehr zu Unterscheiden sind in dem chaotischen Konzert der geballten kreativen Energie jedes Wesens, der Welt in der wir Leben. Diese Erkenntnis zu erleben, in der Form die jedem selbst persönlich und wie selbstverständlich vorbehalten ist… das ist eins der schönsten Seiten unseres Daseins.

Veränderung und Substanz zugleich

ist die Bewegung im endlichen Teich

Puls unseres Daseins, Schrei jeder Quelle -

Ich bin die Hoffnung. Ich bin die Welle.

Metadaten:

Ein Kommentar.


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