Freiheit oder Tu, was du nicht willst

von Matthew

“Ja klar, du kannst alles was du willst,” sagte er zustimmend. Ein beiläufiger Satz, den ich schon oft gehört hatte… aber heute war er Anlass zum nachdenken.

Das tun können, was man will… sind wir wirklich so frei? Ich dachte an den goldenen Sieb, durch den der Sand unseres Leben rieselt, und andererseits an die manchmal doch karge und unwirtliche Landschaft, und musste trotzdem feststellen: immer mehr Leute können es. Oder besser gesagt, sie meinen zunächst, dass sie es können.

Wir sind auf dem Weg das Ziel zu erreichen wonach wir seit Jahrhunderten oder schon viel länger Streben… Liberté! Keine Zwänge, keine Unterdrückung! Zeit, Kapital, Wissen, Wohlstand im Überfluss.

Aber was ich heute sehe sind leere Augen. Freie Menschen, die nicht glücklich sind. Im Gegenteil, viele verschleudern geradezu ihre Freiheit und lassen sich versklaven, nur um der schrecklichen Realität ihrer Freiheit nicht ins Auge blicken zu müssen. Zerstören sich selber, und sind sich dessen nicht einmal bewusst.

Früher… ja früher dachten wir doch, wenn wir doch endlich frei wären, das zu tun was wir wollten, dann wären doch alle Probleme gelöst. Und jetzt? Die Kinder von damals haben ihre Wünsche vergessen. Die Wege führen zwar jetzt in alle Richtungen – doch viele bleiben in der Kreuzung einfach sitzen. Keine Aufgabe (=man kann sich nicht Aufgeben?), keine Orientierung. Alleine auf mich gestellt bleibe auch ich oft in der Kreuzung sitzen.

Es genügt also nicht sich von seinen Fesseln zu befreien. Vielleicht sind die Fesseln sogar belanglos – wenn man selbst der wahre Gegner ist. Wahre Freiheit kommt wohl von innen. Dort, wo deine Grenzen sind.

“‘Tu, was du willst.’ Das heisst doch ich soll alles machen, wozu ich Lust habe, oder?”

“Nein. Das glaube ich nicht. Ich glaube, es heisst du sollst deinen wahren Willen finden – und nichts ist schwerer. Denn auf keinem Weg ist es so leicht sich endgültig zu verirren.”

Ich mach mich mal auf die Fährte. Vieles was ich in Übermut angenommen hatte war falsch, und in der Dunkelheit seh ich nichts, steh ahnungs- und planlos da. Wo fängt man überhaupt an?

Aber hier und jetzt freue ich mich auf die Suche, mag sie auch noch so schwierig sein – es ist ja schliesslich meine Geschichte. Und wenn ich erst mal richtig daran loskritzele … wird sicher der Hammer ;) Sie dürfen ihre Stifte jetzt in die Hand nehmen. Viel Erfolg.

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