Bombenfunde an Bahnhöfen

von Mario

von Florian Naumann & Mario Wimmer

Nach den Bombenfunden von Dortmund und Koblenz haben Unionspolitiker strengere Sicherheitsvorkehrungen in den öffentlichen Bereichen des täglichen Lebens gefordert. Flächendeckende Videoüberwachungen und durchgehende Gepäckkontrollen wie auf Flughäfen sollen Reisende künftig auch auf Verkehrswegen und öffentlichen Plätzen, sowie in Gebäuden und der Gastronomie schützen.
Bad Aibling – CDU-Innenexperte Otto Schillstein äußerte sich gegenüber “fallen/legen” erleichtert darüber, dass die Deutschen durch die glimpflich verlaufenen Vorfälle in den nordrhein-westfälischen Regionalzügen aufgerüttelt wurden und nun bereit seien sich vor größerem Schaden schützen zu lassen. Es sei an der Zeit in diesem neuen, geschärften Bewusstsein so schnell wie möglich alle erdenklichen Vorkehrungen zu treffen, um die Deutschen vor den Formen des modernen Terrorismus zu schützen.

Als mögliche Maßnahmen nannte Schillstein eine flächendeckende Überwachung von Verkehrswegen wie Autobahnen und Zugstrecken; aber auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens müssten die Bürger stärker vor dem freiheitlich-demokratischen System feindlich gesinnten Kräften geschützt werden. Ähnlich wie auf Flughäfen müssten auch auf Autobahnen Fahrzeuge und Fahrzeuginsassen durchleuchtet werden. “Wir können es nicht darauf ankommen lassen, dass die nächste Bombe auf einer deutschen Autobahn explodiert.” Insbesondere Staus seien eine neuralgische, aber gänzlich unüberwachte Zone mobilen Zusammenlebens, und Terroristen somit eine willkommene Gelegenheit. Gleiches gelte natürlich auch für die Bahn. “Was in Madrid und London geschehen ist, kann auch in Köln, München oder Schieder-Schwalenberg passieren. Und vom Gleis ist es buchstäblich nur noch ein kleiner Schritt bis zur Bahnhofsgaststätte, der Fußgängerzone, oder dem nächsten Obi.” Deswegen müssten auch angrenzende, bislang minderkontrollierte Bereiche mit Sicherheit versorgt werden: Es dürften auch Schrebergärtensiedlungen, Stammtische oder private Balkone nicht zu “der potenziellen Tragödie schutzlos ausgelieferten Bereichen” werden. Sollte das Konzept Erfolg haben, könnte sich Schillstein auch eine Ausweitung auf andere Bereiche wie private Grillparties, Fernsehabende und gemeinschaftlich genutzte Betten vorstellen.

Auch der CSU-Sicherheitsexperte Karl Auer plädiert für eine massive Ausweitung der sichheitspolitischen Maßnahmen. “Wir müssen die Schwelle zur Abschreckung möglicher Täter erhöhen” so der CSU-Mann. “Die detaillierten, gestochen scharfen und vor allem im roten und ultraroten Farbspektrum absolut farbtreuen Aufnahmen der neuesten Generation von Überwachungskameras” hält er für ein probates Mittel “eventuelle Nachahmungstäter effektiv abzuschrecken.” Man habe zudem bereits ein renommiertes Unternehmen aus der Sicherheitsindustrie mit der Konzipierung eines mobilen Gepäckstückscanners für die gewerbliche und häusliche Anwendung beauftragt. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit einem positiven Impuls für den deutschen Arbeitsmarkt.

Für verfrüht halten sowohl Schillstein als auch Auer jedoch den Vorstoß eines Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Schnapflach-Tupfing. Dieser hatte im Anschluss an die Vorkommnisse von Koblenz und Dortmund gefordert, Reisende vor dem Eintritt in Verkehrsmittel und öffentliche Bereiche explosionssichere Metallboxen passieren zu lassen, die – nach eingehender Scannung und bei vorliegendem Verdacht – die gezielte präventive Sprengung potenzieller Selbstmordattentäter ermöglichten. “Der Bürger darf nicht den Eindruck bekommen, man würde die Lage ausnutzen, um seine Rechte über Gebühr zu beschneiden oder populistische Bedürfnisse zu befriedigen”. Die Bürgerrechte seien unveräußerlich, wie man schließlich auch im Verfassungsgerichtsurteil über den präventiven Abschuss von Passagierflugzeugen habe hinnehmen müssen.

Die Umsetzung des Maßnahmenkataloges solle aber so bald wie möglich erfolgen. “Wir dürfen nicht locker lassen, die Bürger zu aufmerksamem Verhalten ermuntern, und dieses mit passenden Vorkehrungen von öffentlicher Seite zu flankieren.” Das Risiko sei zwar eher unüberschaubar, mit Hilfe der Bürger und ausreichendem Überblick über deren Handeln sei deren effektive Bekämpfung aber möglich. Erst wenn jeder Koffer und jeder Passant als die potenzielle Bedrohung wahrgenommen würden, die sie seien, und dem Staat ausreichende Handlungsfreiheit bei der Bekämpfung der selben zugestanden werde, sei man einer Minimierung des eklatanten Terrorrisikos nahe.

Dieser Artikel versteht sich als satirische Anspielung auf diesen Beitrag(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,429888,00.html) auf SPON und die darin enthaltenen Äußerungen.

Bild: http://www.flickr.com/photos/stefanfoerster/

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