<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Comments on: Wer über das Grundeinkommen diskutieren will&#8230;</title>
	<atom:link href="http://www.fallen-legen.de/_fl1/?feed=rss2&#038;p=1114" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.fallen-legen.de/_fl1/?p=1114</link>
	<description>Ein Magazin, das es liebt: Die Welt zu betrachten, zu fühlen was passiert und zu hören was erzählt wird.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 26 Dec 2010 04:23:47 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.3</generator>
	<item>
		<title>By: Matthew</title>
		<link>http://www.fallen-legen.de/_fl1/?p=1114&#038;cpage=1#comment-325</link>
		<dc:creator>Matthew</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 20:21:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.fallen-legen.de/?p=1114#comment-325</guid>
		<description>Ich bin schon seit längerer Zeit ein großer Fan von der Idee eines &quot;Grundeinkommens&quot; (oder die etlichen anderen Bezeichnungen dafür) ... musste aber bisher immer feststellen, das die theoretischen Vorraussetzungen dafür noch nicht vorhanden waren. Ich seh es durchaus als große Chance, direkt unvermeidlich wenn man die post-materiellen Trends der jüngeren Geschichte beobachtet, aber trotzdem hab ich meine bedenken dass nicht bedacht wird, dass es eben kein Kippschalter ist, sondern erhebliche gesellschaftliche Konsequenzen nach sich zieht (sie als positiv oder negativ einzuordnen, will ich mir so pauschal gar nicht anmaßen). Ich find es ausserordentlich schade dass der Diskurs hierzu nicht breitergefächert geführt wird - angesichts der Tatsache, dass dieses Projekt anderswo schonmal gescheitert ist (siehe unten) wäre es doch angebracht, kritische Fragen zu stellen um das Konzept zu verbessern:

- Nivelliert ein &quot;Grundeinkommen&quot; tatsächich, auf sozioökonomische und soziale Ungleichheit bezogen?
- Ist ein &quot;Grundeinkommen&quot; nur eine &quot;lebensverlängernde Maßnahme&quot; für den bestehenden marktwirtschaftlichen Kapitalismus (keine Kommunismus-Rufe bitte (ganz anderes Thema), es ist aber eine auffällig systemkonforme Maßnahme - löst das Probleme, oder vertuscht das Probleme?)
- Welche weitere wirtschaftlichen Auswirkungen sind denkbar, auch abhängig von einem globalen Wirtschaftssystem?
- Welche sozialen und gesellschaften Auswirkung sind denkbar (Auflösung / Umänderung sozialer Netzwerke, Anomie, mangelndes Integrationsgefühl...)
- Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele Menschen sich gerne durch ihr Verhältnis zu Arbeit definieren - welche Gründe ausser existentielle Notwendigkeit, Habgier, und Konsummaterialismus haben wir dafür (sind natürlich einige)? Wir leben in einer stark heterogenen Gesellschaft - kann sich jeder mit diesen Gründen identifizieren, oder zumindest genügend, um zu garantieren das diese Maßnahme nicht Arbeit an sich (ob Erwerbsbezogen oder nicht) unattraktiv macht? Welche Strukturen ersetzen das Gewinnstreben, verdrängen die Webersche &quot;protestantische Ethik&quot;?

Diese Maßnahme bedeutet nicht anderes als die Neuerfindung wesentlicher gesellschaftlicher Fundamente, und auch wenn ich stark dafür bin, denke ich, dass wir unsere kommunikativen und deliberativen Fähigkeiten hier voll einsetzen sollten um das Konzept näher auszuleuchten.

[Exkurs: Social Credit
Die Idee vom Grundeinkommen war schonmal so populär, dass eine Partei auf allein dieser Plattform gewählt wurde - die &quot;Social Credit&quot;-Partei (sozialer Kredit = Grundeinkommen), die ab 1930 gleich in mehreren kanadischen Provinzen an die Macht kam. Wegen fehlender Ideen für die institutionelle Umsetzung gab die Partei nach einiger Zeit dieses Programm auf, wandelte sich in eine populistische, eher rechts gerichtete Partei und blieb teilweise bis zu 60 weitere Jahre an der Macht auf Landesebene. Kurioserweise gibt es in der Ursprungsprovinz von Social Credit tatsächlich nun sowas wie ein Grundeinkommen - &quot;negative Einkommenssteuer&quot;, finanziert aus massiven Einnahmen durch Petrodollars. Auch in diesem relativ (für kanadische Verhältnisse) homogenen Ausschnitt der Gesellschaft hat das aber nicht zu einer nennenswerten Minderung sozialer Probleme geführt.]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin schon seit längerer Zeit ein großer Fan von der Idee eines &#8220;Grundeinkommens&#8221; (oder die etlichen anderen Bezeichnungen dafür) &#8230; musste aber bisher immer feststellen, das die theoretischen Vorraussetzungen dafür noch nicht vorhanden waren. Ich seh es durchaus als große Chance, direkt unvermeidlich wenn man die post-materiellen Trends der jüngeren Geschichte beobachtet, aber trotzdem hab ich meine bedenken dass nicht bedacht wird, dass es eben kein Kippschalter ist, sondern erhebliche gesellschaftliche Konsequenzen nach sich zieht (sie als positiv oder negativ einzuordnen, will ich mir so pauschal gar nicht anmaßen). Ich find es ausserordentlich schade dass der Diskurs hierzu nicht breitergefächert geführt wird &#8211; angesichts der Tatsache, dass dieses Projekt anderswo schonmal gescheitert ist (siehe unten) wäre es doch angebracht, kritische Fragen zu stellen um das Konzept zu verbessern:</p>
<p>- Nivelliert ein &#8220;Grundeinkommen&#8221; tatsächich, auf sozioökonomische und soziale Ungleichheit bezogen?<br />
- Ist ein &#8220;Grundeinkommen&#8221; nur eine &#8220;lebensverlängernde Maßnahme&#8221; für den bestehenden marktwirtschaftlichen Kapitalismus (keine Kommunismus-Rufe bitte (ganz anderes Thema), es ist aber eine auffällig systemkonforme Maßnahme &#8211; löst das Probleme, oder vertuscht das Probleme?)<br />
- Welche weitere wirtschaftlichen Auswirkungen sind denkbar, auch abhängig von einem globalen Wirtschaftssystem?<br />
- Welche sozialen und gesellschaften Auswirkung sind denkbar (Auflösung / Umänderung sozialer Netzwerke, Anomie, mangelndes Integrationsgefühl&#8230;)<br />
- Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele Menschen sich gerne durch ihr Verhältnis zu Arbeit definieren &#8211; welche Gründe ausser existentielle Notwendigkeit, Habgier, und Konsummaterialismus haben wir dafür (sind natürlich einige)? Wir leben in einer stark heterogenen Gesellschaft &#8211; kann sich jeder mit diesen Gründen identifizieren, oder zumindest genügend, um zu garantieren das diese Maßnahme nicht Arbeit an sich (ob Erwerbsbezogen oder nicht) unattraktiv macht? Welche Strukturen ersetzen das Gewinnstreben, verdrängen die Webersche &#8220;protestantische Ethik&#8221;?</p>
<p>Diese Maßnahme bedeutet nicht anderes als die Neuerfindung wesentlicher gesellschaftlicher Fundamente, und auch wenn ich stark dafür bin, denke ich, dass wir unsere kommunikativen und deliberativen Fähigkeiten hier voll einsetzen sollten um das Konzept näher auszuleuchten.</p>
<p>[Exkurs: Social Credit<br />
Die Idee vom Grundeinkommen war schonmal so populär, dass eine Partei auf allein dieser Plattform gewählt wurde - die "Social Credit"-Partei (sozialer Kredit = Grundeinkommen), die ab 1930 gleich in mehreren kanadischen Provinzen an die Macht kam. Wegen fehlender Ideen für die institutionelle Umsetzung gab die Partei nach einiger Zeit dieses Programm auf, wandelte sich in eine populistische, eher rechts gerichtete Partei und blieb teilweise bis zu 60 weitere Jahre an der Macht auf Landesebene. Kurioserweise gibt es in der Ursprungsprovinz von Social Credit tatsächlich nun sowas wie ein Grundeinkommen - "negative Einkommenssteuer", finanziert aus massiven Einnahmen durch Petrodollars. Auch in diesem relativ (für kanadische Verhältnisse) homogenen Ausschnitt der Gesellschaft hat das aber nicht zu einer nennenswerten Minderung sozialer Probleme geführt.]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>By: Roger Beathacker</title>
		<link>http://www.fallen-legen.de/_fl1/?p=1114&#038;cpage=1#comment-324</link>
		<dc:creator>Roger Beathacker</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 16:21:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.fallen-legen.de/?p=1114#comment-324</guid>
		<description>Manche (die meisten?) &lt;a href=&quot;http://notatio.blogspot.com/2008/06/mit-vorsicht-zu-genieen-gtz-werner-und.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;sprechen hiervon&lt;/a&gt; - ich &lt;a href=&quot;http://notatio.blogspot.com/2009/01/online-petition-bedingungsloses.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;spreche hiervon&lt;/a&gt; und meine zu wissen wovon ich spreche. Was in der Tat &lt;a href=&quot;http://notatio.blogspot.com/2008/06/julian-nida-rmelin-zum-bedingungslosen.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;nicht bei allen&lt;/a&gt; der Fall zu sein scheint.

;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Manche (die meisten?) <a href="http://notatio.blogspot.com/2008/06/mit-vorsicht-zu-genieen-gtz-werner-und.html" rel="nofollow">sprechen hiervon</a> &#8211; ich <a href="http://notatio.blogspot.com/2009/01/online-petition-bedingungsloses.html" rel="nofollow">spreche hiervon</a> und meine zu wissen wovon ich spreche. Was in der Tat <a href="http://notatio.blogspot.com/2008/06/julian-nida-rmelin-zum-bedingungslosen.html" rel="nofollow">nicht bei allen</a> der Fall zu sein scheint.</p>
<p> <img src='http://www.fallen-legen.de/_fl1/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
